Taste
Was darf man von einer Reifung in Ex-Tequilla-Fässern erwarten? Nach Agave wird es wohl nicht schmecken bzw. riechen, oder? Tatsächlich sind beim ersten Verriechen die helle Früchte zu vernehmen, die wir schon vom fasstarken 12er gewohnt. Dahinter folgen wieder die typischen, öligen Teernoten des Lagavulins, aber weniger intensiv als beim 16er. Der Rauch erinnert an ein warmes Lagerfeuer, die Süße dämpft ihn etwas ab. Die bekannten, fleischigen Umaminoten des Lagavulins halten sich ebenfalls bedeckt, dafür ist im Hintergrund eine intensive, ungewöhnliche Würze zu riechen. Vielleicht etwas Anis oder Fenchel? Der Antritt ist wiederum sehr typisch und wie man einen Lagavulin möchte. Eine Achterbahn aus süßen, roten Früchten kleiden den Gaumen ölig aus, das getorfte Malz ist voll da, vor allem beim Ausatmen nach dem ersten Schluck. Er ist zitronig-frisch, aber auch etwas würzig-salziger und kantiger als sein 4 Jahre älterer Bruder. Aber trotz der hohen Volumenprozente sehr angenehm zu trinken. Der Hersteller interpretiert das Tequilafinish mit dem Aroma von Pflaumen. Im Abgang bleibt der süße Rauch noch lange präsent, die würzigen Salznoten sind ebenfalls voll da und begleiten uns bis zum Schluß.