Vom Godfather des schottischen Grainwhiskys
Story
Es ist nicht so, dass John Haig und sein Cousin Robert Stein keinen Single Malt mochten. Aber dem findigen Geschäftsmann und dem raffinierten Erfinder war bewusst, dass die Whisky auf Basis von Gerste sowohl teuer also auch aufwändig in der Herstellung ist. Als Robert einen Brennapparat entwickelte, der eine kontinuierliche Destillation ohne die ständige, aufwändige Reinigung der Brennblasen ermöglichte, fiel John sicher vor Freude das Monokel in den Thumbler. Denn er hatte schon lange einen Traum: Auf der Basis von billigem Getreide wie Mais und Weizen sogenannten Single Grain zu produzieren. Im großen Stil! So gründete er 1824 in den Lowlands in der Nähe der historischen Cameron Bridge die gleichnamige Destille, die er wenig später mit einer Serie von sogenannten Colum Stills von Robert Stein ausstattete. Sein “Grain Whisky” wurde ein riesiger Erfolg und schon bald erreichte die Destille ein Produktionsvolumen, dass sie bis heute zur größten Destille Schottlands macht. John Haig kaufte im Laufe der Jahre fünf weitere Single Malt Destillen dazu und blendete deren Produkte mit seinem Grain als Hauptbestandteil. Heute produziert dieser Konzern, der inzwischen Diageo heißt, nachdem gleichen Prinzip den erfolgreichsten Blend der Welt: Johnnie Walker. Der Cameronbridge liefert für dieses Aushängeschild der schottischen Whiskyindustrie die cremig-süße Basis. Nur sehr selten gibt es die Chance, einen Cameronbridge außerhalb einer Flasche “Red Label2 zu verkosten. Doch Signatory sicherte sich einige ehemalige Oloroso Sherryfässer, in denen der “Godfather of Grain” für 16 Jahre reifen durfte. Der Ergebnis wurde in Fasstärke abgefüllt und präsentiert uns einen komplexen und hochinteressanten Einblick in die Geschmackswelt des Single Grain Whiskys, der trotz der aktuellen Übermacht des Single Malts bis heute eine der tragenden Säulen der schottischen Whiskyindustrie darstellt.