Taste
Nicht verdünnen! Noch nicht...! Auch wenn die fast sechzig Volumenprozente einschüchternd wirken und die Hand zur Pipette zuckt: Gebt ihm die Chance, euch wild und ungezügelt zu begeistern. Vorsichtig an die Nase führen, eher etwas weiter weg, damit der Alkohol nicht zu dominant ist. Fast zwei Jahrzehnte im Sherryfass liefern intensive Noten von in Honig eingelegten Feigen, gezuckerten Datteln, säuerlicher Pflaumenmarmelade und frischen Orangenschalen. Rosinen, Nelken und dieser herrliche, „alte Sherryduft“, der irgendwo zwischen Holzpolitur, Tabak und staubiger Bibliothek liegt, lässt Whiskyfans jubeln – diese Aromen gibt es heutzutage eigentlich erst weit jenseits der 100 EUR!
Auf der Zunge hält er genau das, was er verspricht. Der florale Hausstil mit Noten von Heidekraut ist nur in der ersten Sekunde auf der Zunge zu vernehmen. Dann übernimmt das ölige, sirupartige Mundgefühl und transportiert die leicht fleischigen Aromen, die dank der Fässer in eine tiefe Sherryaromatik übergehen. Die lange Vollreifung arbeitet die Fruchtnoten mit extremer Präzision nach vorne und verwandeln sich am Gaumen in angeröstetes Früchtebrot mit ganzen Nüssen, Espresso-Crema, ungesüssten Kakao, und die so sehnsüchtig erwarteten Noten von staubigem Leder, dazu ein wenig schwarzer Pfeffer und Nelkenhonig.
Genau diese Gaumenaromen bleiben lange, wärmend und perfekt ausbalanciert noch lange stehen und transportieren dabei die fruchtige Wärme des Sherrys und die kräftige Komplexität des Balmanach Destillats.
Probiert ihn erst beim zweiten Mal mit ein paar Tropfen Wasser, am besten einen Tag später. Ihr werdet feststellen, dass er von seiner aromatischen Wucht nichts einbüßt, dafür tritt die Fruchtigkeit noch mehr in den Vordergrund, die trockenen Noten von Espresso, Leder und polierter Eiche werden süßer und wandeln sich in Richtung von cremigem Schokoladenpudding.
Ein seltener, edler Single Malt für die ganz besonderen Anlässe.