Der perfekte Old Fashioned: 10 Dinge, die ihr wissen solltet

Alle Geheimnisse des Old Fashioned entschlüsselt.

Wer einen Old Fashioned trinkt, trinkt flüssige Geschichte. Der simple Mix aus American Whiskey, Cocktail Bitters und Zucker gilt als der erste Cocktail überhaupt und ist auch nach über 150 Jahren noch eine Offenbarung für jeden Genießer, der bisher dachte: „Guter Whiskey? Geht nur pur.“ In diesem Artikel zeigen wir euch:

  • Warum ihr einen Schluck riskieren solltet, auch wenn ihr sonst schon Eiswürfel im Drink für Blasphemie haltet.
  • Wie ihr einen Old Fashioned mixt und eigene Twists entwickelt.
  • Warum Whiskey nur der Anfang eurer Old Fashioned-Reise sein wird.

Außerdem lernt ihr, worauf ihr in der Bar achten müsst, wenn ihr einen Old Fashioned bestellt und ihr erfahrt, warum eine Garnitur mehr ist als Dekoration. Fangen wir an.

1. Was genau ist ein Old Fashioned?

In der Mitte des 19. Jahrhunderts waren Spirituosen nicht so schmackhaft wie heute. Rachenbrand statt butterweichem Finish und Fehlnoten waren an der Tagesordnung. Die Menschen verlangten trotzdem nach Hochprozentigem. Also schütteten die Bartender dieser Zeit irgendwann einfach Zucker und Bitters ins Glas. Damals hieß das Ergebnis noch schlicht „Cocktail“ und der heutige Old Fashioned einfach Whiskey Cocktail.

Im 19. Jahrhundert machte man mit diesem Rezept aus schlechtem Stoff erträglichen Stoff. Heute wird damit aus richtig gutem Stoff ein flüssiger Traum. Die Geschmacksnoten süß und bitter haben nämlich nicht nur die Eigenschaft, unschöne Aromen und scharfe Alkoholnoten abzumildern, sie stellen auch die angenehmen Noten eures Whiskeys nach vorne. Stellt euch Zucker und Cocktail Bitters im Old Fashioned einfach vor wie das Salz in eurer Suppe oder den Parmesan auf euren Nudeln: wie natürliche Geschmacksverstärker, die das Beste aus den anderen Zutaten hervorholen.

"Auf diese Weise neue Whisk(e)ys zu erforschen, lohnt sich. Immer."

2. Wie schmeckt ein Old Fashioned?

Wenn ihr euch einen klassischen Old Fashioned auf Bourbon-Basis mixt, bekommt ihr die volle Bandbreite des American Whiskey: Intensive Vanille- und Holzaromen treffen auf eine angenehme Süße und sanfte Bitternoten. In Zusammenarbeit mit den hintergründigen Kräuternoten aus den Bitters wird der Whiskey breiter und vielschichtiger.

Das Schmelzwasser aus dem Eis öffnet den Whiskey zusätzlich. Natürlich, die Eindrücke sind anders als beim Pur-Genuss eines guten Whiskeys – das Finish ist oft nicht ganz so lang und der Geschmack normalerweise etwas weniger intensiv. Im Old Fashioned tauscht ihr Kraft gegen Vielschichtigkeit. Aus der Erfahrung von Dutzenden Old Fashioneds wissen wir aber: Auf diese Weise neue Whisk(e)ys zu erforschen, lohnt sich. Immer.

Zutaten für einen Old Fashioned kommen ins Rührglas.
Waldemar rührt einen Old Fashioned.
Waldemar garniert einen Old Fashioned mit Oraangenzeste.
Waldemar genießt einen Old Fashioned.

3. Wie mixt man einen Old Fashioned?

Wenn ihr einen Old Fashioned mixen möchtet, gibt es dafür zwei Schulen: Die Fans eines klassischen Old Fashioned rühren den Drink direkt im Glas und benutzen einen Zuckerwürfel, die modernere und einfachere Variante setzt auf Zuckersirup und ein Rührglas. Um ein eigenes Gefühl für den Drink zu bekommen, empfehlen wir euch: mixt beide Versionen je mindestens einmal.

Ein Old  Fashioned Cocktail mit Orangenzeste.

Old fashioned-Rezept: Classic

• 6 cl Bourbon Whiskey - wir empfehlen Bulleit Bourbon

• 3 Dashes Angostura Bitters

• 1 Zuckerwürfel

• 1 Kleiner Spritzer Wasser

Garnish: Orangenzeste

Zubereitung:

Tools: Barlöffel, Jigger

Glas: Tumbler

1: Den Zuckerwürfel im Glas mit einem Spritzer Wasser und einem Muddler oder der flachen Seite eines Barlöffels im Tumbler zerdrücken. Umrühren, bis sich der Zucker weitestgehend aufgelöst hat.

2: Bourbon, Bitters und drei bis vier Eiswürfel dazugeben und rühren, bis der Drink alle Eiswürfel bedeckt.

3: Eiswürfel bis zum Rand des Glases einfüllen und weiterrühren, bis der Drink etwa einen halben Zentimeter unter den Rand „gewachsen“ ist.

4: Eine Orangenzeste zur Hand nehmen und mit der Schalenseite zum Drink andrücken, danach die Schale ins Glas geben.

Mit dem letzten Schritt benetzt ihr euren Drink mit den ätherischen Ölen aus der Zeste. Das verleiht dem Old Fashioned Frische und Leichtigkeit, ohne ihn Kraft zu kosten.

Old fashioned-Rezept: Modern

• 6 cl Bourbon Whiskey - wir empfehlen Bulleit Bourbon

• 3 Dashes Angostura Bitters

• 1 cl Zuckersirup

Garnish: Orangenzeste

Ein Old Fashioned Cocktail mit Bulleit Bourbon.

Zubereitung:

Tools: Barlöffel, Rührglas, Jigger

Glas: Tumbler

1: Alle Zutaten in ein großes Rührglas geben und mit Eiswürfeln auffüllen..

2: Rühren, rühren, rühren, ungefähr eine Minute lang.

3: Den Drink in einen vorgekühlten Tumbler mit einem einzigen großen Eiswürfel abseihen.

4: Eine Orangenzeste zur Hand nehmen und mit der Schalenseite zum Drink andrücken, danach die Schale ins Glas geben.

Natürlich könntet ihr beide Zubereitungsarten auch kombinieren, etwa im Rührglas mit Zuckerwürfeln arbeiten oder direkt im Tumbler anrühren, aber Zuckersirup nutzen. Wir stellen hier der Einfachheit halber aber die gängigste moderne Variante dem klassischen Rezept gegenüber.

"Als Homebartender legt ihr auch mit Zuckersirup und einem elegant durch’s Rührglas geschwungenen Barlöffel einen sexy Auftritt hin."

Waldemar präsentiert den frisch gerührten Old Fashioned.

4. Zuckerwürfel oder Zuckersirup - womit gelingt der bessere Old Fashioned Cocktail?

Beide Varianten enden – korrekt ausgeführt – im selben Drink. Zuckersirup ist schließlich auch nur eine Mischung aus Wasser und Zucker und nichts anderes stellt ihr mit dem Zuckerwürfel und dem Spritzer Wasser her, wenn ihr dem klassischen Rezept folgt. Die moderne Zubereitungsmethode ist aber weniger aufwendig und fehleranfällig. Ihr riskiert nicht, dass Kristallzucker im Old Fashioned bleibt, der zwischen den Zähnen knirscht. Auch ein gängiger Fehler, der sogar erfahrenen Bartender passieren kann: Den Spritzer Wasser überdosieren und damit den kompletten Cocktail verwässern. Das erspart ihr euch auf diese Art.

Als Homebartender legt ihr mit Zuckersirup und einem elegant durch’s Rührglas geschwungenen Barlöffel einen sexy Auftritt hin, der keinerlei Add-ons braucht. Die Zuckerwürfel-Nummer überlassen zumindest wir deshalb den Speakeasy-Bartendern.

5. Dürfen nur Angostura Bitters in den OLd Fashioned?

„Nicht dürfen“ gibt es hier nicht – erlaubt ist alles, was euch und euren verwöhnten Gaumen glücklich macht. Natürlich könnt ihr beim Old Fashioned zu eurer bevorzugten Bitters-Marke greifen. Wollt ihr im klassischen Bereich bleiben, nutzt ihr sogenannte Aromatic Bitters, die meisten großen Cocktail Bitters-Hersteller haben die im Portfolio. Zu einem Old Fashioned passen außerdem meistens Bitters mit sehr warmen Geschmacksnoten, etwa Chocolate Bitters oder solche auf Basis von Nüssen. Old Fashioneds mit gereiften Rums vertragen sich übrigens hervorragend mit Bitters, die auf Tiki-Aromen wie Zimt und Nelke setzen. Warum diese Info noch wichtig für euch wird, lest ihr unter Punkt 9.

"Klar, pur ist Scotch wahre Liebe. Aber auch wahre Liebe muss man frisch halten – und ein Old Fashioned bringt wieder Feuer in jedes Gemäuer."

6. Wieso mixt man einen Old Fashioned mit Bourbon Whiskey?

Macht man eigentlich gar nicht. Oder anders: Auch, wenn die meisten Old Fashioneds mit Bourbon-Whiskey gemixt werden, gibt es dafür kein Gesetz – einen Old Fashioned kann man aus jedem gereiften Whiskey und sogar aus jeder anderen fassgelagerten Spirituose mixen. Nichtsdestotrotz eignet sich Bourbon hervorragend für einen Old Fashioned. Er ist von Haus aus vergleichsweise mild und hat trotzdem genug Kraft, um auch auf Eis noch genug Aromen-Power zu zeigen, besitzt eine schöne Grund-Süße und seine Noten von Vanille, Holz und Karamell passen fantastisch zu Angostura Bitters.

Dass man Scotch Whisky nicht so oft im Old Fashioned findet, liegt vielleicht auch daran, dass gerade Scotch-Fans oft Stein und Bein darauf schwören, dass man ihren Spirit ausschließlich pur trinken kann, höchstens mit ein, zwei Tropfen Eiswasser. Klar, pur ist Scotch wahre Liebe. Aber auch wahre Liebe muss man frisch halten – und ein Old Fashioned bringt wieder Feuer in jedes Gemäuer.

7. Welcher Whiskey passt zu einem Old Fashioned?

Für einen klassischen Bourbon Old Fashioned braucht ihr einen Whiskey, der auch mit Schmelzwasser und Eis noch genug Tiefe hat. Wenn ihr so tickt wie wir, dann mögt ihr vielleicht auch ein wenig Würze. Unsere Wahl daher, genau wie beim Whiskey Sour: der Bulleit Bourbon. Wundervolle Noten von Vanille und viel Karamell und eine angenehme Würzigkeit durch den hohen Roggen-Anteil von 28 Prozent – dieses Kraftpaket macht einfach Wahnsinnsdrinks.

Damit meinen wir nicht nur Old Fashioneds: Mit Bulleit Bourbon Frontier Whiskey mixt ihr Top-Sours und Manhattans, dass euch das Wasser im Mund zusammenläuft. Als Bonus gibt’s eine der schönsten und griffigsten Flaschen der ganzen Whiskey-Welt und ein fantastisches Preis-Leistungs-Verhältnis. Perfekt also, wenn ihr auf eurer nächsten Mad Men-Party den Don Draper spielt und die Old Fashioneds im Dutzend verteilt.

8. In welchem Glas serviert man einen OLD Fashioned?

Der Old Fashioned teilt sich die Ehre mit dem Martini, dass eine ganze Glas-Kategorie nach ihm benannt ist: einen Tumbler nennt man nach dem bekanntesten darin servierten Drink oft auch Old Fashioned-Glas. Je nach Größe spricht man manchmal auch von einem Double Old Fashioned Glass oder Single Old Fashioned Glass.

Im Ur-Rezept servierte man den Whiskey-Cocktail in einem Rotwein-Glas und auch heute spielen manche Bars mit Varianten, bei denen der Drink ohne Eis in einer Coupé serviert wird. Das ist jedoch eher selten und auch deutlich weniger beliebt.

Ein Old Fashioned Cocktail mit Lagavulin 16 im Tumbler.
Ein Old Fashioned Cocktail mit Zacapa 23 im Tumbler.

9. Welche Old Fashioned-Varianten sollte Man kennen?

Es gibt Dutzende, wenn nicht sogar Hunderte Varianten des Old Fashioned Cocktails. Manche sehr exotisch wie der Oaxaca Old Fashioned mit Mezcal und Tequila, manche sehr nahe am Original und doch mit ganz eigenen Aromen. Zwei dieser Twists sind uns in den letzten Jahren ganz besonders im Gedächtnis geblieben:

Rezept für den Rum Old Fashioned

• 6 cl Gereifter Rum - wir empfehlen Zacapa 23

• 3 Dashes Angostura Bitters

• 1 cl Zuckersirup

Garnitur: Eine Orangenzeste

Ein Rum Old Fashioned mit Ron Zacapa 23.

Zubereitung:

Tools: Barlöffel, Rührglas, Jigger

Glas: Tumbler

1: Alle Zutaten in ein großes Rührglas geben und mit Eiswürfeln auffüllen..

2: Ungefähr eine Minute lang rühren.

3: Den Drink in einen vorgekühlten Tumbler mit einem einzigen großen Eiswürfel abseihen.

4: Eine Orangenzeste zur Hand nehmen und mit der Schalenseite zum Drink andrücken, danach die Schale ins Glas geben.

Die Idee ist simpel: wir tauschen den Bourbon gegen fassgelagerten Rum. Das Ergebnis ist ein wundervoller Drink, der sich vor keinem Whiskey Old Fashioned verstecken muss. Variiert ihn doch bei Gelegenheit mal mit exotischeren Bitters oder greift zur Limetten- statt zur Orangenzeste. Ihr werdet euch wundern, wie stark das diesen Drink verändert.

Rezept für Don Lockwood

• 3 cl Bourbon Whiskey - wir empfehlen Bulleit Bourbon

• 4 cl rauchiger Scotch - wir empfehlen Lagavulin 16

• 2 Dashes Angostura Bitters

• 2 Dashes Chocolate Bitters

• 1 cl Ahornsirup

Zubereitung:

Tools: Barlöffel, Rührglas, Jigger

Glas: Tumbler

1: Alle Zutaten in ein großes Rührglas geben und mit Eiswürfeln auffüllen..

2: Ungefähr eine Minute lang rühren.

3: Den Drink in einen vorgekühlten Tumbler mit einem einzigen großen Eiswürfel abseihen.

4: Eine Orangenzeste zur Hand nehmen und mit der Schalenseite zum Drink andrücken, danach die Schale ins Glas geben.

Ein Old Fashioned-Twist aus der New Yorker Bar Dutch Kills für alle Fans rauchiger Whiskeys, denen ein reiner Islay Old Fashioned zu medizinisch ausfällt.

10. Wissen Für Angeber: Wurde der Old Fashioned schon immer mit Bourbon gemixt?

Im 19. Jahrhundert war der Vorläufer des Old Fashioned, der Whiskey Cocktail, eine ganze Weile lang einfach die Whiskey-Variante des einzig geläufigen Cocktail-Rezepts: Schnaps, Zucker, Bitters. In dem Sinne kann man guten Gewissens behaupten, dass der Drink von Anfang an mit Whiskey gemixt wurde. Mit Bourbon? Da sieht die Sache schon anders aus. Denn vor der amerikanischen Prohibition von 1920 bis 1933 meinten die Amerikaner praktisch immer Rye Whiskey, wenn sie von Whiskey sprachen.

Die meisten Rye-Brennereien überlebten die Prohibition allerdings nicht. Weil während der Prohibition in verruchten Speakeasy-Bars vor allem leichtere und süßere Spirituosen getrunken wurden, wollte danach auch den verbliebenen Rye keiner haben – das durstige Volk machte sich stattdessen jetzt über den Bourbon her. Der ist süßer, weil er großteilig aus Mais gebrannt wird – und war von da an die bevorzugte Basis für Old Fashioneds.

"Schmeißt euch in euren Barkittel und entwerft eigene Old Fashioned-Experimente in eurem Barboratorium."

Werdet zum verrückten Old Fashioned-Professor

Das Rezept des Old Fashioned ist nichts Geringeres als die flüssige Weltformel zu ewiger Glückseligkeit. Und weil persönliches Glück für jeden von uns anders aussieht, müsst ihr euch jetzt wohl oder übel in euren Kittel schmeißen und in eurem Barboratorium eigene Experimente entwickeln. Alles was ihr für eure persönliche Testreihe braucht: einen guten Whiskey – oder Whisky ohne e, Rum oder Cognac, ein oder zwei Fläschchen Bitters und vielleicht noch etwas Honig oder Ahornsirup statt Zucker. Habt ihr? Was seid ihr dann noch hier? Ab an die Homebar.

OLD FASHIONED Zutaten & Zubehör zum bestellen:

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Ein Old fashioned Cocktail mit diversen Spirituosen.
Ein Old Fashioned Cocktail mit einer Flasche Lagavulin 16.

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