Der perfekte Negroni: 10 Dinge, die ihr wissen solltet

Der Artikel, der eure Liebe zu Negronis entfachen wird.

Der Negroni: die rote Verführung, das flüssige La Dolce Vita, der König aller Aperitivo-Drinks. Nur wenig bringt einen schneller in Urlaubsstimmung als ein eiskaltes Glas bittersüßen Negronis – dazu eine frischgeschnittene Scheibe Prosciutto di Parma und ein paar Oliven. Na, packt euch das Fernweh? Uns auch, also sollten wir schnell loslegen. Heute zeigen wir euch:

  • Wie ihr den perfekten Negroni in eurer Homebar mixt.
  • Warum 1:1:1 zwar leicht zu merken, aber nicht immer das richtige Negroni-Rezept ist.
  • Wie ihr den Aperitif-Drink ganz schnell lieben lernt, falls er euch bisher zu bitter war.

Am Ende des Artikels wisst ihr, warum der Negroni so beliebt ist, wie ihr ihn in jeder Bar virtuos und maßgeschneidert bestellt und wie ihr euren Gästen mit diesem Drink einen unvergesslichen Aperitivo-Abend bereitet.

1. Was genau ist ein Negroni?

Ein Negroni ist ein klassischer Aperitif-Cocktail aus gleichen Teilen Gin, süßem Wermut und Campari. Nur wenige Drinks sind so eng mit einer Marke verbunden wie dieser, weswegen der Negroni wahrscheinlich der bekannteste Signature Drink der Cocktail-Geschichte ist. Einmal im Jahr feiert Campari deshalb sogar die Negroni Week, für die Bars auf der ganzen Welt Negroni-Twists entwickeln und Einnahmen für gemeinnützige Projekte spenden. Vor allem, aber längst nicht nur, durch diese Event-Woche erlebt der Drink in den letzten Jahren ein gewaltiges Revival.

"Bitternoten, fein austariert mit Süße und den frischen, kräutrigen Wacholder-Aromen des Gins. Dieser Drink passt hervorragend zu gutem Essen."

2. Wie schmeckt ein Negroni?

Ein gut gemachter Negroni ist eine bittersüße Verführung. Wenn ihr den eiskalten Tumbler zum Mund führt, nehmt ihr zunächst den intensiven Zitrusduft der Orangenzeste wahr. Auf der Zunge dann: Bitternoten, fein austariert mit Süße und den frischen, kräutrigen Wacholder-Aromen des Gins. Kombiniert man diesen Geschmack mit ein paar salzigen Snacks, weiß man sofort, warum dieser Drink als Aperitif-Drink zählt: Er passt einfach hervorragend zu gutem Essen.

Zugegeben: „Bitter“ ist ein Geschmack, der den einen oder anderen Genießer in unseren Breitengraden etwas abschreckt. Dabei gibt es auch in Deutschland eine große Tradition bitterer Getränke zum Essen – oder habt ihr noch nie jemanden ein Pils zum Hauptgang trinken sehen? Genau wie bei einem frischgezapften Bier kommt es auch beim Negroni auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Bitter und anderen Geschmacksnoten an. Wie ihr das hinbekommt? Erfahrt ihr bei Tastillery.

Waldemar gißet Campari in einen Jigger.
Waldemar rührt einen Negroni.
Ein Negroni wird mit einer Orangenscheibe garniert.
Waldemar präsentiert einen Negroni.

3. Wie mixt man einen Negroni?

Das traditionelle Negroni-Rezept ist denkbar einfach: 1 Teil Gin, 1 Teil Campari, 1 Teil süßer Wermut. Weil es so einfach ist, werden Drinks mit einem Verhältnis von 1:1:1 manchmal auch „Negroni Style Cocktails“ genannt. Selbst, wenn sie sonst gar nichts mit dem Cocktail zu tun haben.

Ein Negroni Cocktail vor einer Flasche Gin.

Negroni-Rezept

• 3 cl Gin - wir empfehlen Tanqueray No. Ten

• 3 cl süßer Wermut - wir empfehlen Belsazar Red

• 3 cl Campari

Garnish: Orangenzeste oder Orangenscheibe

Zubereitung:

Tools: Rührglas, Strainer, Barlöffel, Jigger

Glas: Tumbler

1: Alle Zutaten in ein Rührglas, geben mit Eiswürfeln auffüllen.

2: Etwa eine Minute lang rühren.

3: Drink in einen Tumbler mit frischen Eiswürfeln abseihen.

4: 4. Eine Orangenzeste mit der Schale zum Drink andrücken und ins Glas geben.

Ob ihr eine Zeste oder eine Orangenscheibe nehmt, ist ein Geschmacksfrage. Auch, wenn die Zeste gebräuchlicher ist, setzen wir auf die Orangenscheibe. Ihr Aroma ist fruchtiger und der Drink wirkt damit ein wenig leichter.

4. Ist 1:1:1 wirklich das beste Negroni-Verhältnis?

„Das Beste“ Mischverhältnis für einen Negroni gibt es nicht. Oder besser: es ist für jeden anders. Wer gerade erst eintaucht in die Welt guter Getränke, dem ist der klassische Negroni meist etwas zu bitter. Die Geschmacksknospen müssen sich an intensive Bitterkeit nämlich erst nach und nach gewöhnen. Denkt einfach an euren ersten rauchigen Whisky zurück oder wie sauer euer erster Daiquiri geschmeckt hat – und wie wunderbar sie euch jetzt schmecken.

"In der Bar einen personalisierten Negroni bestellen ist vollkommen okay. Im Bestfall erkennt der Bartender: da sitzt ein Gast mit Geschmack."

Gerade für Negroni-Einsteiger lohnt es sich deshalb, entweder den Campari ein bisschen zurückzufahren oder die anderen Zutaten etwas hochzuschrauben. Eine beliebte Variante ist 2:2:1 mit je zwei Teilen Gin und Wermut und einem Teil Campari. Ein anderer gern genommener Ansatz: einfach den Gin etwas hochsetzen, etwa im Verhältnis 2:1:1. Das klingt zwar so, als würde der Drink dadurch nur stärker, aber der richtige Gin balanciert den Negroni im Alleingang aus. Probiert es mit unserer Zutatenkombination – ihr werdet es nicht bereuten.

Übrigens: Wenn ihr eure persönliche Lieblings-Variante des Negroni gefunden habt, wird euch kein Bartender schräg anschauen, wenn ihr ihn personalisiert bestellt: „Kannst du mir einen Negroni mit einem Teil mehr Gin als Campari mixen?“ ist vollkommen okay. Es klingt auch vollkommen anders als „Mach'ma mehr Sprit rein!“ – macht euch also keinen Kopf, dass euer Bartender euch in diese Schublade steckt. Im Bestfall erkennt er sogar, dass da ein Gast mit Geschmack sitzt – und bietet euch noch spannendere Varianten an, die zu eurem Geschmack passen.

5. Welcher Gin und welcher Wermut passen in den Negroni?

Wenn ihr einen Negroni mixt, greift ihr zu eher klassischen Gins. Die meisten New Western Dry Gins wollen nicht so ganz zwischen süßen Wermut und bitteren Campari passen. Das heißt aber nicht, dass ihr das kantigste Wacholdermonster der Hausbar ins Rührglas schütten müsst. Obwohl das ehrlich gesagt auch Spaß macht.

Unsere Wahl fällt auf den Tanqueray No. Ten – und das nicht nur wegen der aufsehenerregenden Flasche: die Kombination aus eindeutigem, aber nicht zu aufdringlichem Wacholder, frischen Zitrusnoten und einem Hauch Kamille passt einfach irre gut in den Negroni – und viele andere gute Gin-Cocktails, darunter natürlich auch in den unausweichlichen Gin Tonic.

Trotz seiner 47,3 Prozent schmeichelt er mit seiner Samtigkeit dem Gaumen, sogar pur und auf Zimmertemperatur. Entsprechend sind auch die damit gemixten Drinks ein wertiges Gesamtpaket aus Kraft und Qualität. Benannt ist der Gin übrigens nach seiner Destillieranlage mit der Nummer 10, der Tiny Ten, die seit bald 100 Jahren in Gebrauch ist und sogar die Luftangriffe im zweiten Weltkrieg überstanden hat.

 

Ein Negroni mit allen drei Zutaten: Gin, Campari, roter Wermut.

Der Wermut hat in diesem Drink die Aufgabe der süßen Komponente. Nicht umsonst nennt man diese Kategorie manchmal auch süßen Wermut. Der Belsazar Red bringt diese Süße mit, zusammen mit einer wahnsinnig tollen Fruchtigkeit von Kirsche und Orange, die Gin und Campari hervorragend ergänzt. Auch ab davon ist der Belsazar Red eine gute Investition – Manhattans und andere klassische Wermut-Drinks gelingen damit mindestens genauso fantastisch.

"Weil der Negroni zu den Drinks gehört, die man langsam genießt, bietet sich ein einzelner, großer Eiswürfel an – der hält länger als viele kleine."

6. In welchem Glas serviert man einen Negroni?

Klassisch gehört der Negroni in einen Tumbler auf Eis. Weil er zu den Drinks gehört, die man eher langsam genießt, bietet sich ein einzelner, großer Eiswürfel an – der hält länger als viele kleine. Allerdings ist es gerade bei einem so intensiven Drink wie dem Negroni ein kleines Geschmacksabenteuer, wie er sich nach und nach verändert, wenn der Schmelzwasser-Anteil größer wird. Die exakt gegenteilige Strategie fährt der gebräuchliche, aber eher seltene Negroni ohne Eis im Coupé-Glas. Der kann Spaß machen, allerdings empfehlen wir hier sehr kleine Gläser, eher 2 als 3 cl von jeder Zutat und ein gut durchgekühltes Glas.

Ein Negroni wird ins Glas abgeseiht.

7. Welche Negroni-Varianten gibt es?

Unter den vielen Negroni-Twists gibt es für uns einen, der ziemlich weit herausragt und der uns an manchen Tagen sogar besser schmeckt als das eh schon brillante Original. Dabei ist die Nummer so einfach: Gin raus, Bourbon Whiskey rein. Dessen Noten von Vanille, Karamell und Holz machen aus dem Boulevardier etwas sehr Ähnliches und doch ganz Eigenes:

Rezept für den Boulevardier

• 3 cl Whiskey - wir empfehlen Bulleit Bourbon

• 3 cl süßer Wermut - wir empfehlen Belsazar Red

• 3 cl Campari

Ein Boulevardier Cocktail.

Zubereitung:

Tools: Rührglas, Strainer, Barlöffel, Jigger

Glas: Coupé

1: Alle Zutaten in ein Rührglas geben, mit Eiswürfeln füllen.

2: Etwa eine Minute lang rühren.

3: Drink in ein vorgekühltes Coupé-Glas abseihen.

4: Orangenzeste mit der Schalenseite zum Drink andrücken, am Rand entlangreiben und ins Glas geben.

Achtet darauf, dass das Glas gut durchgekühlt ist, auch wenn die Bourbon-Variante des Negroni es deutlich besser verträgt, wenn sie etwas wärmer wird. Es spricht aber auch nichts dagegen, diesen Drink auf Eis im Tumbler zu servieren, wenn er euch im Coupé-Glas zu intensiv ist.

Ein Boulevardier Cocktail wird eingegossen.
Ein Boulevardier neben einer Flasche Bulleit Bourbon.
Ein Boulevardiert Cocktail, im Hintergrund eine Flasche Bourbon.
Ein Boulevardier Cocktail mit allen drei Zutaten: Bourbon, campari, roter Wermut.

8. Wann trinkt man einen Negroni oder: Was ist ein Aperitif-Cocktail?

Zu den Aperitif- oder Pre-Dinner-Drinks gehören viele der großen Cocktail-Klassiker, etwa der Martini, der Manhattan oder der Daiquiri. Der Grundgedanke bei den meisten Drinks dieser Art ist, dass man vor dem Essen etwas Kräftiges trinkt, das soll hungrig machen. Nach dem Essen gibt‘s als After-Dinner-Drink dann eher etwas Süßes als flüssiges Dessert.

Während die Idee mit den Unmengen an Alkohol vor dem Essen eher amerikanisch angehaucht ist, stammt der Negroni aus Italien und definiert sich nicht über seinen Alkoholgehalt, sondern über die Bitternoten. Die sollen den Hunger fördern, vor allem aber hervorragend zu salzigen Vorspeisen passen. Ein bitter Drink, ein paar Scheiben Lardo oder Parmaschinken – fertig ist die perfekte Vorspeise. So einen Aperitivo-Gang am frühen Abend können wir euch unbedingt empfehlen, aber natürlich schmeckt der Negroni auch zu später Stunde an der Bar.

"Ab und an ein fingergerührter Negroni im Gedenken an den unvergleichlichen Gary "Gaz" Regan? Unbedingt."

9. Was hat es mit „Finger Stirred Negronis“ auf sich?

Diverse Bartender und auch wir wurden schon gefragt: „Stimmt es, dass man Negronis mit dem Finger rührt?“. Klingt jetzt abseitig, wenn man noch nie davon gehört hat, aber spätestens wenn man den ersten Barlöffel in Zeigefinger-Optik gesehen hat, weiß man, dass ein paar Leute das wirklich ernst nehmen. Aus gutem Grund, auch wenn es unappetitlich klingt.

Der Finger Stirred Negroni geht auf Garry „Gaz“ Regan zurück, eine Bartender-Legende, die viel für die moderne Cocktail-Kultur getan hat und 2019 viel zu früh verstarb. Als er einmal innerhalb kürzester Zeit 20 Negronis mixen musste, rührte er sie in der Hektik einfach mit dem Zeigefinger – von da an sein Signature Move. Wenn ihr für Freunde Negronis mixt, kommt die Nummer vielleicht nicht so cool. Aber ab und an ein fingergerührter Negroni für euch selbst, um die Erinnerung an diesen Teufelskerl am Brett hochzuhalten? Unbedingt.

Ein Negron-Cocktail mit allen Zutaten.

10. Wissen zum Glänzen: Woher stammt der Negroni?

2019 feierte der Negroni seinen 100. Geburtstag – schon das ist ein cooles Infobit, dass ihr euren Gästen beim Negronis rühren präsentieren könnt. Aber die Geschichte dieses Klassikers gibt mehr her, die Wurzeln des Drinks sind nämlich fast doppelt so alt. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts machte im Zuge eines gewaltigen Wermut-Hypes ein Drink namens Milano-Torino die Runde. Torino, zu Deutsch Turin, gilt als Wiege des süßen Wermuts und die Kombi aus Wermut und Campari verbreitete sich unter diesem Namen schnell in ganz Italien.

"Fosco Scarselli tauschte Wasser gegen Gin - ohne zu wissen, dass er in diesem Moment zum ersten Mal sein unsterbliches Vermächtnis rührte."

Schon kurz darauf wurde der Americano sogar noch beliebter – der ergänzte den Milano-Torino um etwas Wasser und findet sich auch heute noch auf vielen Barkarten. Auftritt des Grafen Camillo Negroni. Der bestellte 1919 im Caffè Casoni in Florenz ausdrücklich eine härtere Variante des Americano – er brauchte an diesem Tag einfach etwas Stärkeres. Sein Bartender Fosco Scarselli tauschte das Wasser gegen Gin, ohne zu wissen, dass er in diesem Moment sein unsterbliches Vermächtnis rührte. Es war die Geburtsstunde des Negroni.

Zeit für einen Aperitif

Der Negroni ist ein fantastischer Drink, an jedem Abend und in jeder guten Bar – aber als Aperitivo-Cocktail ist er unschlagbar. Unsere Empfehlung, um diesen Drink wirklich zu würdigen, kann daher nur lauten: Schnappt euch eure Drinking Buddies, kauft im italienischen Feinkostladen ein paar Spezialitäten und zelebriert einen Aperitif-Abend alter italienischer Schule. Kocht zusammen, futtert zusammen und vor allem: trinkt Negronis.

Negroni-Zutaten & -Zubehör zum bestellen:

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