Der perfekte Martini: 10 Dinge, die ihr wissen solltet

Der ultimative Martini-Artikel - bei Punkt 5 war ich gerührt.

Martinis sind der Inbegriff von Stil und Weltgewandheit. Wer mit einem Martini in der Hand an der Bar steht, zeigt: ich kenne mich aus. Mit Gin, mit Oliven, mit allem. Aber Moment: Kommt in einen Martini nicht Vodka? Und ist das mit der Olive nicht nur was für den Dirty Martini, muss da nicht normalerweise eine Zitronenschale dazu? Bevor ihr jetzt anfangt, nervös die Oliven aus dem Martini stresszufuttern, keine Panik. Wir sind für euch da. Heute erfahrt ihr von uns:

  • Was einen Martini eigentlich ausmacht – und was dieses „trocken“ heißen soll.
  • Wie ihr eure persönliche Lieblings-Variante findet und sie dann auch richtig bestellt.
  • Wie ihr in eurer Homebar die besten Martinis mixt.

Bei Tastillery wissen wir noch ganz genau wie verwirrend die Welt dieses wunderbaren Getränks sein kann – aber hat man diesen einzigartigen Drink einmal verstanden ist korrekte Martini-Etikette eigentlich ganz easy.

1. Was ist ein Martini?

Ein Martini ist ein auf Eis gerührter Drink aus Gin oder Vodka und trockenem Wermut, der ohne Eis serviert wird und er ist das Lieblingsgetränk von James Bond. Klingt unglaublich einfach, oder? Und doch ist der Martini einer dieser Drinks, bei dem selbst erfahrene Bartender Ihre Gäste fragen müssen, wie Sie ihn denn gerne hätten. Die Sache ist nämlich die: um herauszufinden, wie ihr euren Martini mögt, müsst ihr sehr viele davon probieren. An nur einem Abend den eigenen Lieblings-Martini herauszufiltern, ist unmöglich – oder mindestens gesundheitsgefährdend. Aber um euch den Einstieg zu erleichtern, habt ihr ja uns.

"Ihr spürt die Kälte des Drinks erst an den Fingern, dann an den Lippen und plötzlich ist die Zunge umhüllt von intensiver Frische und Gin."

2. Wie schmeckt ein Martini?

Durch die große Bandbreite lässt sich das pauschal nur schwierig sagen. Aber lass uns an dieser Stelle mal von der meistverbreiteten Martini-Variante ausgehen: dem trockenen Gin-Martini, garniert mit einer Zitronenzeste. Deren ätherische Öle benetzen die Oberfläche deines Drinks und den Rand des Glases, intensive Zitrusnoten vereinen sich zärtlich mit dem Wacholder des Gins und einer ganz leichten Kräuternote des Wermuts.

Ihr spürt die Kälte des Drinks erst an den Fingern, dann an den Lippen und plötzlich ist die Zunge vollständig umhüllt von einem intensiven Erlebnis aus Frische und jeder Menge Gin. Viele meinen, ein trockener Martini sei nichts anderes als ein Glas mit kaltem Gin. Rein technisch ist das nicht ganz falsch – aromatisch ist es meilenweit an der Wahrheit vorbei. Die feinen Nuancen von Zitrone und Wermut machen aus diesem simplen Glas voll Schnaps ein unvergleichliches Geschmackserlebnis – wer guten Gin liebt, liebt Gin Martinis.

3. Mixt man einen Martini mit Vodka oder Gin?

Auch wenn James Bond seine Martinis bevorzugt mit Vodka trinkt: Als der Martini im 19. Jahrhundert aufkam, trank man ihn mit Gin, damals vorzugsweise mit gesüßtem Old Tom. Bis heute hält sich auch in den meisten Bars die Regel: Wer einen „Martini“ ohne weitere Hinweise aus der Karte wählt, bekommt seinen Drink mit Gin, heutzutage allerdings fast immer mit Dry Gin. Die Vodka-Variante steht fast immer mit „Vodka Martini“ im Menü.

Auch, wenn er im ersten Moment nicht so aromatisch klingt, solltet ihr einen Vodka Martini niemals unterschätzen. Ein guter Vodka bringt sehr subtile Noten von Vanille, Getreide und Zitrus mit, die in keinem Cocktail wirklich zur Geltung kommen. In keinem, außer dem Martini, der durch feine Wermut-Nuancen und einen eventuellen Hauch Zitrus das Beste aus einem eh schon guten Vodka holt.

Zutaten für einen Martini kommen ins Rührglas.
Waldemar rührt einen Martini.
Waldemar gießt einen Martini ins Glas.
Ein Martini wird effektvoll mit einer Olive garniert.

4. Wie mixt man einen Martini?

Schritt 1, bevor ihr überhaupt loslegt: Packt euer Martini-Glas in den Froster, mindestens eine halbe Stunde. So ein eiskaltes Glas sieht beim Servieren nicht nur sexy aus, es hält den Drink auch länger kühl und fühlt sich an den Fingern und Lippen einfach unglaublich edel und fast sinnlich an. Alternativ könnt ihr aber auch ein zimmerwarmes Glas nehmen und einige Eiswürfel darin rühren, um es runterzukühlen. Bevor ihr den Drink hineingießt, schüttet ihr die Eiswürfel weg.

Ein Martini mit Tanqueray No. 10 Gin und Belsazar Dry Wermut.

Martini-Rezept

• 6 cl Gin oder Vodka - wir empfehlen Tanqueray No. Ten / Ketel One

• 1 cl Trockener Wermut - wir empfehlen Belsazar Dry

Garnish: Zitronenzeste oder Olive

Zubereitung:

Tools: Rührglas, Strainer, Barlöffel, Jigger

Glas: Martini-Glas

1: Zutaten in ein Rührglas geben, mit Eiswürfeln auffüllen.

2: Etwa eine Minute rühren.

3: Drink in das vorgekühlte Martiniglas abseihen.

4: Mit einer Zitronenzeste den Drink abspritzen, Zeste ins Glas geben.

Warum der ganze Aufwand mit der Zitronenzeste? Das wisst ihr spätestens, wenn ihr den Drink zur Nase hebt. Alternativ gebt ihr gemütlich eine Olive ins Glas. Die wartet dort als Belohnung auf euch, wenn ihr den Drink geleert habt.

Waldemar genießt seinen gerade gemixten Martini.

"Als er sich seinen Lieblings-Martini ausgesucht hat, war James Bond eindeutig neben der Spur."

5. Moment, gerührt nicht geschüttelt?

Auch, wenn der gute, alte 007 sich mit Frauen, Schusswaffen und Autos hervorragend auskennt: Als er sich seinen Lieblings-Martini ausgesucht hat, war er eindeutig neben der Spur. Ein geschüttelter Martini ist zwar im Normalfall noch ein paar Grad kälter als ein gerührter, aber das ist auch sein einziger Vorteil. Die Nachteile: Der Drink wird trüb und selbst wenn man ihn ordentlich abseiht, schleichen sich Eissplitter mit ins Glas. Das mag bei einem Daiquiri zum Strandflair gehören, aber ein Martini ist flüssige Eleganz. Na gut, wir trinken unsere Martinis manchmal auch am Strand. Aber ihr wisst, was wir meinen.

Nachteil Nummer 2 ist die enorme Menge an Schmelzwasser. Weil beim Shaken mehr Wasser in den Drink kommt als beim Rühren, wird der Drink nicht nur kälter, sondern auch dünner. Das Ergebnis sind jede Menge Minuspunkte auf Aroma und Geschmack – und um den geht es schließlich bei einem guten Drink, ganz besonders beim Martini.

6. Was ist besser im Martini: Olive oder Zitrone?

In Comics werden Martinis bis heute gerne mit der Olive mit rotem Punkt von der Paprikafüllung dargestellt – das Bild ist geradezu ikonisch. Nicht selten sind deswegen Menschen, die sich erst seit Kurzem mit der Welt feiner Getränke auseinandersetzen, etwas irritiert. Steckt der Bartender da einfach so eine blöde Zitronenrinde ins Glas, hat der gar keine Ahnung? Hat er; klassisch wird ein Martini nämlich tatsächlich mit der Zitronenzeste garniert. Geschmacklich passt das meist auch besser, der Zitronenduft unterstreicht die Frische des Gins und macht den Drink etwas leichter. Da wir uns hier gerade 7cl Spirituose gönnen, können wir das nur begrüßen.

Ein Martini mit Ketel One Wodka und Zitronenzeste.
Ein Martini mit Tanqueray No. 10 Gin und Olive.

Die Olive dagegen verleiht dem Drink einen Hauch Umami, ein paar mediterrane Noten und ein paar Bitternoten. Vorausgesetzt, ihr nehmt gute Oliven – grüne am besten, die schwarzen sind fast immer gefärbt und wenn nicht, sind sie extrem bitter. Benutzt solche mit Stein, die sind aromatischer - die gefüllten dagegen, vor allem die mit Paprika, können den kompletten Drink versauen. Allgemein passt die Olive am besten zu feuchteren Martinis – wer’s Dry mag, bleibt bei der Zitronenzeste. Es spricht aber nichts dagegen, ein kleines Schälchen Oliven extra als Barsnack zu servieren.

7. Wieso heißt es eigentlich Trockener Martini?

In der Spirituosenwelt bedeutet „Trocken“, dass etwas nicht süß ist. Ihr kennt das vom Wein: trockener Wein vs. lieblicher Wein, Letzterer ist eher süßlich. Was das jetzt mit Martini zu tun haben soll, wenn der Großteil des Drinks aus zuckerfreiem Vodka oder Gin besteht? Der Zucker, um den es hier geht, steckt im Wermut: selbst trockener Wermut hat ein paar Gramm Zucker pro Liter. Auf den tatsächlichen Süßegrad hat das bei diesen Mengen allerdings keinen großen Einfluss, deswegen heißt ein Martini mit hohem Wermut-Anteil auch nicht "Lieblicher Martini" sondern „Wet Martini“ – den mischt man im Verhältnis von 2:1 bis 1:1.

"Marshall Montgomery schätzte für Gin und Wermut dasselbe Kräfteverhältnis wie für seine Schlachten: 15:1."

Wer sich den Martini „Extra Dry“ bestellt, bekommt ihn gerne mal ganz ohne Wermut. Je nach Bar wird dabei noch das Glas kurz vor dem Servieren mit Wermut benetzt. Wer Martinis gerne trocken mag, aber trotzdem die feine Wermut-Note schätzt, für den empfiehlt sich der Montgomery Martini im Verhältnis 15:1. Das geht zurück auf einen britischen Marshall namens Bernard Montgomery, der sich für seinen Gin im Kampf gegen den Wermut dieselbe Übermacht wünschte wie für seine Schlachten. Der Montgomery war übrigens auch der Lieblings-Martini des weltberühmten Autors und Abenteurers Ernest Hemingway.

Ein Martini mit Ketel One Vodka.

8. Welcher Gin und Welcher Vodka passen in den Martini?

Fangen wir mit dem einfachen Teil an … Obwohl, eigentlich ist auch der Vodka gar nicht so einfach. Wie erwähnt ist der Martini als einer von wenigen Cocktails dazu in der Lage, einem Vodka all seine subtilen Noten zu entlocken und auch dem ungeübten Gaumen nahezubringen. Damit das dann auch Spaß macht, braucht man dafür nur einen guten Vodka – am besten einen, der trotzdem nicht die Welt kostet und auch pur auf Zimmertemperatur butterweich den Gaumen hinunterrinnt. Gefunden haben wir so einen, nein – nicht in Russland, sondern in den Niederlanden. Der Ketel One, benannt nach der Brennblase Distilleerketel #1, auf der er gebrannt wird, ist ausnehmend mild und besitzt wunderschön-feine Noten von Zitrus und Honig, die auch ungeübte Genießer im Martini deutlich wahrnehmen.

"Gin Tonic-Fans sollten genau jetzt ihre Hausbar ausräumen und aus jedem Gin darin mindestens einen Martini mixen."

Beim Gin ist die Sache trotzdem eine Nummer schwieriger. Klar: Gin Tonic-Fans sollten genau jetzt ihre Hausbar ausräumen und aus jedem Gin darin mindestens einen Martini mixen. Dadurch erlebt ihr eure Gin-Sammlung nochmal aus einem komplett anderen Blickwinkel als in G&Ts.

Ein Martini mit Tanqueray No. 10 Gin und Zitronenzeste.

Wenn ihr aber einen Gin sucht, der wie für den Martini maßgeschneidert ist, dann ist Tanqueray No. Ten die fast perfekte Wahl. Frisch, zitruslastig, mit merklichem aber nicht zu aufdringlichem Wacholder und einem Hauch Kamille.

Diese kleine florale Note sorgt dafür, dass sich der Tanqueray No. Ten geschmacklich fast schon an den Wermut anschmiegt. Ja, das schmeckt so zärtlich, wie es sich anhört und funktioniert auch bei einem Negroni fantastisch. Dazu kommt ein fairer Preis und eine der wahrscheinlich schönsten, edelsten und einzigartigsten Flaschen in jedem Gin-Regal. Und das will was heißen.

9. In welchem Glas serviert man einen Martini?

Einen Martini serviert man natürlich im Martini-Glas. Das ikonische umgekehrte Dreieck heißt schließlich nicht umsonst so. Wer ein solches Glas mit einer transparenten Flüssigkeit in der Hand hält, der strahlt Würde, Sexyness und guten Geschmack aus. Aber hatte ihr schon mal ein Martini-Glas in der Hand? Wenn wir ehrlich miteinander sind: Bei aller Schönheit, praktisch geht anders. Kaum ein anderes Glas neigt so zum Überschwappen wie das Martini-Glas, das gilt beim Trinken genau wie beim Halten in der Hand.

Martini-Anlässe sind außerdem gerne mal keine Sitz-Anlässe, was die Gläser noch unpraktischer macht. Deshalb kommt es in den letzten Jahren immer mehr in Mode, den Martini in Kelchen, Coupés und Nick & Nora-Gläsern zu servieren. Die sind praktischer, neigen weniger zum überschwappen und haben exakt dieselbe Menge Punkte auf der Sexy-Gläser-Skala, eine glatte 10.

Einzige Downside: Ihr müsst plötzlich ab und zu die Frage beantworten, was ihr da trinkt, weil man’s nicht mehr an der Glasform erkennt. Aber hey, es gibt schlechtere Opener für ein gutes Gespräch an der Bar.

10. Welche Martini-Varianten sollte man kennen?

Martini-Varianten gibt es ungelogen Dutzende, die meisten haben etwas mit der Menge oder Art des Wermuts zu tun. Wet und Montgomery haben wir euch schon vorgestellt. Der Perfect Martini gehört ebenfalls zu dieser Reihe, bei diesem besteht der Wermut-Anteil Fifty-Fifty aus trockenem und süßem Wermut. Aber natürlich möchten wir euch auch Varianten zeigen, bei denen es um etwas mehr geht als einen Schuss Likörwein.

Ein Gibson Martini, garniert mit Silberzwiebeln.

Rezept für den Gibson martini

• 5 cl Gin oder Vodka - wir empfehlen Tanqueray No. Ten / Ketel One

• 2 cl Trockener Wermut - wir empfehlen Belsazar Dry

Garnish: 1 bis 3 Silber- oder Perlzwiebeln

Zubereitung:

Tools: Rührglas, Strainer, Barlöffel, Jigger

Glas: Martini-Glas, Coupé oder Weinkelch

1: Zutaten in ein Rührglas geben und mit Eiswürfeln auffüllen.

2: Etwa eine Minute rühren.

3: Drink in das vorgekühlte Glas abseihen.

4: Zwiebeln auf Cocktailspieß stecken und ins Glas geben.

Die eingelegten Zwiebelchen geben dem Drink ein wenig Säure und mehr Würze. Für Fans der Olive im Glas ist der Gibson der nächste logische Schritt. Apropos Schritt: Noch einen weiter geht der nächste Drink.

Rezept für Dirty Martini

• 6 cl Gin oder Vodka - wir empfehlen Tanqueray No. Ten / Ketel One

• 2 cl Trockener Wermut - wir empfehlen Belsazar Dry

• 1 Barlöffel Olivenlake

Garnish: 1 bis 3 Oliven

Zubereitung:

Tools: Rührglas, Strainer, Barlöffel, Jigger

Glas: Martini-Glas, Coupé oder Weinkelch

1: Zutaten in ein Rührglas geben und mit Eiswürfeln auffüllen.

2: Etwa eine Minute rühren.

3: Drink in das vorgekühlte Glas abseihen.

4: Oliven auf Cocktailspieß stecken und ins Glas geben.

Wer beim Gibson schon irritiert geguckt hat, wird jetzt vielleicht glauben, wir sind übergeschnappt. Schütten die sich einfach die Brühe aus dem Olivenglas mit ins Rührglas. Ja, diese gemüsige Säure ist nicht jedermanns Sache. Aber wer auf diese Umami- und Bitternoten steht, die die Olive im Martini mitbringt, der könnte sich in diese Variante verlieben.

"Welch schreckliches Schicksal: ihr müsst ganz viele Martinis trinken, bis ihr euren absoluten Liebling gefunden habt."

Findet heraus, was ihr wirklich liebt

Wenn ihr nicht eh schon wisst, welche Martini-Version ihr favorisiert, gibt es keine andere Möglichkeit als ausprobieren. Welch schreckliches Schicksal: ihr müsst ganz viele Martinis trinken, bis ihr euren absoluten Liebling gefunden habt. Damit ihr eine gute Basis habt, empfehlen wir euch ein kleines Experiment als Einstieg in diese wundervolle Welt aus Gin, Vodka und Wermut:

Nehmt sechs Martini-Gläser zur Hand und mixt euch drei Martinis. Alle mit den gleichen Zutaten, aber einen ohne Wermut, einen mit einem 6:1-Verhältnis, einen mit einem 2:1-Verhältnis. Teilt jeden dieser Martinis auf je zwei Gläser auf und garniert je einen dieser beiden mit Zitronenzeste, den anderen mit einer Olive. Fertig ist der kleine Martini-Selbstfindungs-Trip. Gute Reise!

Martini-Zutaten & Zubehör zum bestellen:

Sold out
Sold out
Sold out
Sold out
Sold out
Sold out
Sold out
Sold out

Ein Martini mit Olive garniert, mit Tanqueray No. 10 Gin und Belsazar Dry Wermut.

Einen Kommentar hinterlassen

Bitte beachte, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen