Der perfekte Manhattan: 10 Dinge, die ihr wissen solltet

Der Manhattan: die informativste Liebeserklärung aller Zeiten.

Manhattan ist zum Verlieben. Das gilt für das Zentrum des Big Apple genauso wie für den Cocktail-Klassiker: Warme Aromen von Bourbon und Frucht-Noten vom süßen Wermut machen den Manhattan zu einem hervorragenden Drink für alle, denen ein Old Fashioned zu pur und ein Whiskey Sour zu Party ist. Klingt nach euch? Dann erfahrt ihr hier und heute:

  • Wie ihr einen perfekten Manhattan in eurer Homebar mixt.
  • Wie ihr die richtigen Zutaten dafür findet – inklusive der passenden Kirschen.
  • Wie ihr eure persönliche Lieblings-Variante dieses Drinks entdeckt.

Nach der Lektüre des Artikels seid ihr in der Lage, eure Freunde mit herausragenden Manhattans zu begeistern – und beweist euch in jeder Bar als Experte in klassischen Whiskey-Cocktails.

1. Was ist ein Manhattan?

Der Manhattan ist ein Cocktail aus dem 19. Jahrhundert und einer dieser wirklich großen Klassiker. Jeder gute Profi-Bartender kann eine Variante dieses Drinks aus dem Ärmel schütteln, selbst wenn ihr ihn um 5 Uhr morgens aus dem Bett klingelt. Ihr könnt das bald auch, denn eigentlich ist das gar nicht so schwer. Ihr müsst euch nur die drei Zutaten American Whiskey, Cocktail Bitters und roter Wermut merken. Letzteren kennt man auch als süßen Wermut oder Wermut italienischer Art. Schüttet all das in beliebiger Menge in ein Rührglas auf Eis, rührt ein wenig darin herum und seiht das Ergebnis in ein Glas ab: Fertig ist der Manhattan. Jetzt müsst ihr es nur noch schaffen, dass daraus ein kleines, flüssiges Erlebnis wird. Aber selbst das ist mit ein wenig Übung ein Klacks.

"Beinahe cremig gleitet der Drink euren Gaumen hinab und lässt euch zurück mit einem ganzen Stakkato an aromatischen Nachklängen."

2. Wie schmeckt ein Manhattan?

Eiseskälte an euren Fingern, sie kleben fast am gefrorenen Glas. Als ihr es zu den Lippen hebt, ist da dieser unwiderstehliche Duft der Amarenakirsche, die holzigen Vanille-Aromen des Whiskeys, gepaart mit der warmen, fruchtigen Süße des italienischen Wermuts. Dann spürt ihr Kälte auf den Lippen und auf der Zunge. Schlagartig wandelt sie sich in eine warme Geschmacksfülle aus Früchten, Karamell, entfernt etwas Honig. Beinahe cremig gleitet der Drink euren Gaumen hinab und lässt euch zurück mit einem ganzen Stakkato an aromatischen Nachklängen. Das, liebe Freunde, ist der Manhattan. Müsst ihr probiert haben.

3. Wie mixt man einen Manhattan?

Der Manhattan gehört ähnlich wie der Martini zu den Drinks, für die es mehr eine feste Zutatenliste als ein richtiges Rezept gibt. Die Menge, in der ihr American Whiskey, italienischen Wermut und Bitters zusammenrührt, bleibt im Wesentlichen euch überlassen. Zur Kalibrierung empfehlen wir euch an dieser Stelle eines unserer Lieblingsrezepte:

Manhattan Cocktail-Rezept

• 6 cl American Whiskey - wir empfehlen Bulleit Bourbon

• 3 cl süßer Wermut - wir empfehlen Belsazar Red

• 2 Dashes Angostura Bitters

Garnish: Cocktailkirsche oder Orangenzeste

Zubereitung:

Tools: Barlöffel, Rührglas, Jigger

Glas: Coupé-Glas

1: Alle Zutaten in ein Rührglas geben und mit Eis auffüllen.

2: Etwa eine Minute lang rühren.

3: In ein Coupé-Glas mit frischem Eis abseihen.

4: Cocktailkirsche einzeln ins Glas geben oder ein bis zwei davon auf einem Cocktailspieß an den Glasrand legen.

Die Cocktailkirsche hebt ihr schön feucht und voller Amarena-Saft aus dem Glas und in den Drink – so verleiht die Kirsche dem Manhattan ein noch fruchtigeres Aroma.

"Einer der häufigsten Sätze beim Servieren guter Manhattans: „Kann ich nochmal so ´ne Kirsche?“."

4. Orangenzeste oder Cocktailkirsche – was ist das beste Manhattan-Garnish?

Orangenzeste oder Cocktailkirsche – was ist das beste Manhattan-Garnish? Die Kirsche. Mit dieser klaren Antwort habt ihr jetzt wahrscheinlich nicht gerechnet, oder? Vielleicht kam sie sogar komplett unerwartet – schließlich ist eine Orangenzeste doch viel stilvoller und aromatischer als diese abgedroschenen Cocktail-Kirschen aus den 80ern, oder? Nicht ganz falsch. Einen Manhattan mit der Orangenzeste abzuspritzen, ergibt aromatisch durchaus Sinn, aber bei diesem Drink geht es vor allem um das warme, süße Aromenspiel aus Bourbon und Wermut. Das wird von einer fruchtigen Kirsche besser untermalt als von der eher frischen Orangenzeste.

Natürlich nehmt ihr nicht die neonroten Plastik-Kirschen aus dem Supermarkt, sondern echte Amarena- oder Maraschinokirschen. Die sind tiefschwarz und schmecken intensiv nach Kirschlikör und Karamell. Stellt euch einfach die beste Kirschsoße vor, die ihr jemals in eurer Lieblings-Eisdiele hattet. Genau so, nur besser. Entsprechend ist einer der häufigsten Sätze beim Servieren guter Manhattans: „Kann ich nochmal so `ne Kirsche?“.

5. Dürfen nur Angostura Bitters in den Manhattan?

Nein – ihr könnt alle Bitters einsetzen, die euch schmecken und von denen ihr denkt, dass sie gut zwischen American Whiskey und süßen Wermut passen. Aber um die richtigen zu finden, solltet ihr verstehen, was die Bitters aromatisch in diesem Drink genau anstellen: Durch die unglaubliche Aromen-Power, die in den paar Tropfen Kräuter- und Gewürz-Essen stecken, wird der ganze Drink aromatisch breiter. Verkostet Angostura Bitters doch einfach mal pur, um zu sehen, wie viel Kraft in den paar Tropfen steckt. Waldemar macht euch das mal in den Bildern oben mal vor.

Wie Gewürze im Essen betonen Bitters die ohnehin vorhandenen Aromen in den Zutaten. Wenn ihr uns fragt: Mit der Kombo aus Bitterkeit und kräftigen Muskat- und Nelken-Noten ist der Angostura für den Manhattan eine hervorragende, vielleicht sogar die beste Wahl. Deshalb bleiben wir beim Bitters-Klassiker.

"Als einer von wenigen Drinks behielt der Manhattan den Rye-Fokus auch nach dem Ende der amerikanischen Prohibition 1933 bei."

6. Wieso mixt man einen Manhattan mit American Whiskey?

Irgendwann Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts entstand der Manhattan in – wie sollte es bei diesem Namen anders sein? – den USA. Wie genau weiß heute keiner mehr, aber von Anfang an hat man ihn mit American Whiskey gemixt. Genauer gesagt mixte man ihn mit Rye Whiskey. Der war vor der amerikanischen Prohibition von 1920 bis 1933 der vorherrschende Whiskey in den Staaten.

Als einer von wenigen Drinks behielt der Manhattan den Rye-Fokus auch nach 1933 bei. Weil die Rye-Brennereien aber in der Zwischenzeit fast alle pleite gegangen waren, behalf man sich mit Rye Whiskey aus Kanada. Trotzdem schmuggelte sich nach und nach auch der weitaus einfacher erhältliche Bourbon in die Rezeptbücher. Zum Glück für uns und euch – das sorgt für mehr Bandbreite im Glas und dafür, dass wir euch unseren Lieblings-Manhattan präsentieren können. Den mixen wir nämlich bevorzugt mit Bourbon.

7. Welcher Bourbon passt in einen Manhattan?

Der Manhattan ist der Süße ist im großen Whiskey-Triumvirat der Cocktail-Klassiker aus Whiskey Sour, Old Fashioned und eben dem Manhattan. Klingt neckisch, ist aber ernst gemeint – einer ist sauer, einer ist kräftig, einer ist eben vergleichsweise süß. Natürlich ist der Drink meilenweit von der Klebrigkeit diverser 80er-Jahre-Klassiker entfernt (die wir natürlich auch lieben, was ihr aber bitte nicht weitererzählt). Diese gefällige, unaufdringliche Süße betonen zumindest wir bevorzugt mit einem guten Bourbon.

Unsere Wahl für den Manhattan fällt auf den Bulleit Bourbon. Der bringt genau diese Holz-, Karamell- und Vanillenoten mit, die wir so lieben. Weil er einen vergleichsweise hohen Roggen-Anteil hat, verleiht er dem Manhattan obendrein eine gewisse Würzigkeit, die zwar nicht in derselben Liga spielt wie ein Rye-Manhattan, aber ihm ein gewisses, unwiderstehliches Extra verleiht. Außerdem im Gesamtpaket: Ein fairer Preis und eine irre schicke Flasche, die so unglaublich gut in der Hand liegt, dass ihr wahrscheinlich direkt einen zweiten Manhattan mixen wollt.

8. Welche Anderen Whiskeys Eignen sich für einen Manhattan?

Es gilt wie immer hier bei Tastillery: Erlaubt ist, was gefällt. Entsprechend könnt ihr jeden eurer Lieblings-Whiskeys zur Hand nehmen und mit dem Manhattan herumexperimentieren. Am einfachsten fällt das natürlich mit American Whiskeys. Wir empfehlen euch zum Beispiel unbedingt, mindestens einmal einen authentischen Rye Whiskey-Manhattan auszuprobieren. Der kommt würziger und kantiger daher als die Bourbon-Variante – aber wenn ihr einen Bourbon-Manhattan im Vergleich zum Old Fashioned zu süßlich-geschmeidig findet, seid ihr beim Rye Whiskey goldrichtig.

Eher schwierig wird es bei allzu milden Whiskeys und Whiskys, dazu gehören etwa viele Iren. Die machen spannende, butterweiche Old Fashioneds, aber im aromatischen Zweikampf mit rotem Wermut ziehen sie meistens den Kürzeren. Ganz anders die Schotten – die schlagen sich in dieser Schlacht so gut, dass die Scotch-Variante der vielleicht berühmteste aller Manhattan-Twists geworden ist.

9. Welche Manhattan-Varianten sollte man kennen?

Ähnlich wie beim Martini gibt es diverse Manhattan-Twists, die mit Wermut-Verhältnis spielen. Ein „Perfect Manhattan“ etwa ersetzt die Hälfte des roten Wermuts durch trockenen. Ein wenig kreativer und spannender ist da schon dieser flüssige Outlaw:

Rob Roy-Rezept

• 6 cl Scotch Whiskey - wir empfehlen Singleton 12

• 3 cl süßer Wermut - wir empfehlen Belsazar Red

• 2 Dashes Angostura Bitters

Garnish: Orangenzeste oder Cocktailkirsche

Zubereitung:

Tools: Barlöffel, Rührglas, Jigger

Glas: Coupé-Glas

1: Alle Zutaten in ein Rührglas geben und mit Eis auffüllen.

2: Etwa eine Minute lang rühren.

3: In ein Coupé-Glas mit frischem Eis abseihen.

4: Cocktailkirsche einzeln ins Glas geben oder ein bis zwei davon auf einem Cocktailspieß an den Glasrand legen.

Benannt nach der Highlander-Legende Rob Roy ist diese Scotch Whisky-Variante des Manhattan so gut, dass sich so mancher Genießer nach dem ersten Schluck gefragt hat, warum man diesen Cocktail je anders gemixt hat. Die Vanille des Bourbons ist immer noch da, dazu kommen aber Anklänge von Kaffee und gerösteten Nüssen, die wie für diesen Drink gemacht sind.

"Vor dem Manhattan bestand alle Drinks nur aus dem ewig gleichen Dreiklang aus Spirituose, Bitters, Zucker."

10. Woher kommt der Manhattan – und warum heißt er so?

Die Eckdaten kennt ihr schon: USA, 19. Jahrhundert. Aber wusstet ihr auch, dass der Manhattan der erste Cocktail überhaupt war, bei dem eine harte Spirituose mit einem aufgespriteten Wein vermählt wurde? So nennt man verstärkte Weine wie Wermut oder Port, der englische Ausdruck „Fortified Wine“ ist zugegeben schöner. Vor dem Manhattan bestand alle Drinks nur aus dem ewig gleichen Dreiklang aus Spirituose, Bitters, Zucker. Entsprechend ist der Manhattan sogar älter als der Martini und gilt je nach Cocktailhistoriker auch als sein direkter Vorfahre. Auch wenn die Kombi aus Gin und trockenem Wermut am Ende etwas berühmter wurde.

Heute weiß niemand mehr mit Sicherheit, wer den Manhattan wirklich erfunden hat. Die am meisten verbreitete Story, die auch den Namen erklärt, stützt sich auf den Manhattan Club in, wie soll es anders sein, New York. In den 1870ern soll der Drinks hier zu Ehren von Lady Churchill, Mutter des späteren englischen Premierministers, entwickelt worden sein. Als wahrscheinlicher gilt allerdings, dass der Drink ein paar Häuserblocks weiter im Manhattan Inn von einem gewissen George Black zum ersten Mal gemixt wurde. Wer am Ende auch immer wirklich den Manhattan erfunden hat – wir erheben unser Glas auf dieses Genie.

Zeit für einen Manhattan: euren ganz eigenen

Wir haben’s ja schon erwähnt: für den Manhattan gibt es eigentlich kein offizielles Rezept, „nur“ eine Zutatenliste mit gerade einmal drei Einträgen. Auch, wenn wir unsere Lieblings-Variante natürlich uneingeschränkt empfehlen, vielleicht schmeckt er euch anders noch besser? Vielleicht möchtet ihr euren Manhattan vielleicht mit noch höherem Wermut-Anteil oder sogar fast trocken? Um das herauszufinden, hilft nur ausprobieren – wofür habt ihr schließlich eine Homebar, wenn nicht, um abgefahrene Cocktail-Experimente zu starten? Sobald ihr euren persönlichen Lieblings-Manhattan entdeckt habt: Teilt ihn mit uns. Dafür hat man schließlich Drinking Buddies.

Manhattan-Zutaten & -Zubehör zum bestellen:

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