Jameson Whiskey – ungewöhnliche Sorten & Abfüllungen

Irischer Whiskey schreibt sich nur echt mit einem „e“ und wird vor allem durch einen Namen definiert: Jameson.

Die bekannteste und auch meistverkaufte Marke Irlands wird auf der ganzen Welt geliebt. Grund dafür ist wahrscheinlich der Standard-Jameson, der mit einer unglaublichen Milde und einem unwiderstehlichen Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt.

Es lohnt sich aber, Quatsch, es ist quasi ein Muss, sich auch mal mit dem weiteren Portfolio des Hauses bekannt zu machen. Diese Iren lieben es nämlich, mit Fassarten zu experimentieren und immer neue, aufregende Abfüllungen zu kreieren. Drei unserer Favoriten möchten wir euch vorstellen:

  • Jameson Caskmates Stout
  • Jameson Black Barrel
  • Jameson Coopers Croze

Aber für den Einstieg und zum besseren Kennenlernen servieren wir euch zunächst etwas über die Historie der Traditions-Destillerie.

 

Die Geschichte der Jameson Whiskey-Brennerei

Wir schreiben das Jahr 1780. Die Iren – ein besonderer Schlag Mensch, berühmt und vielleicht auch berüchtigt für ausufernde Gelage, haben schon wieder Grund zu feiern: In der Bow Street, mitten in Dublin, eröffnet unter dem Namen „John Jameson & Son Limited“ die in Zukunft bedeutendste Destillerie des Landes.

Von nun an werden in der irischen Hauptstadt wohlschmeckende Pot Still- und Grain-Whiskeys hergestellt, die auch in den irischen Gemeinden außerhalb der „Grünen Insel“, vor allem in den Vereinigten Staaten, super ankommen. Bis irgendwann die Prohibition in den USA einsetzt und die Einführung von hohen Zöllen auf Import-Ware in Großbritannien die Absatzzahlen irischen Whiskeys deutlich sinken lassen.

Als Antwort auf diese Krise schloss sich Jameson kurzerhand mit anderen, noch verbliebenen, Brennereien zusammen und gründete 1966 die „Irish Destillers Group“. Doch nicht nur das, gegenseitig half man sich, in Midleton (Region Cork) eine der modernsten Brennanlagen überhaupt zu errichten und dort gemeinsam zu produzieren. In Dublin findest du heute noch immer ein Jameson-Museum, der gute Stoff kommt seit den 1970er Jahren aber eben aus Midleton.

Jameson Whiskey – Experimentierfreude bei den Holzsorten

Wer seit über 200 Jahren seinen Standard noch nach Original-Rezept brennt, der hat sich ein bisschen Abwechslung verdient oder? Denkt man sich auch bei Jameson und deshalb darf Master Destiller Brian Nation für einige Abfüllungen kräftig experimentieren.

So kommen neben Fässern aus amerikanischer Virgin-Eiche, Sherry-Fässern und ehemaligen Bourbon-Fässern, manchmal auch Bierfässer für die Lagerung zum Einsatz. Als wäre das noch nicht kreativ genug, werden manche der Fassarten sogar noch besonders behandelt, um noch außergewöhnlichere Geschmäcker hervorzulocken.

Jameson Caskmates Stout

Wie du bei der Geschichte über die Brennerei schon erfahren hast, ist man bei Jameson Kooperationen nicht abgeneigt. Für diese Sondervariante des Whiskeys arbeiteten die Experten für Hochprozentiges mit der befreundeten Craft Beer-Brauerei Franciscan Well zusammen. So durften einige Jameson-Fässer einen Ausflug zur Brauerei unternehmen, für eine gewisse Zeit deren Stout beherbergen und anschließend zurück in die Destillerie, um dort wieder mit Whiskey befüllt zu werden. Während der Lagerung beeinflussen kräftige Stout-Aromen den milden Brand. Eine Kombination, die alle Bier- und Whiskey-Fans begeistern sollte. Denn erst schmeckst du die Jameson-typische klare Frische, ehe dich warme Schokoladennoten vom Stout und eine leicht fruchtige Süße herzlich in deinen Lieblings-Pub einladen.

Jameson Black Barrel

Seit jeher werden Fässer, um sie zu stärken, ausgebrannt. Durchs Anbrennen verdichten sich nämlich die Holzstrukturen und das gesamte Konstrukt wird deutlich stabiler. Zusätzlich beschert das Feuer dem Inneren der Fässer eine markante schwarze Farbe und fördert ein bisschen Süße zu tage. Da das Ausbrennen nicht ganz so einfach und teilweise eine echte Schufterei ist, möchte Jameson die Arbeit seiner Fassbinder mit der Version „Black Barrel“ würdigen. Die Jungs sorgen nämlich mit ihrer schweißtreibenden Arbeit der in den „gerösteten“ Fässern lagernde Whiskey Tiefe und Komplexität gewinnt. Der Geschmack wird dadurch süßer, würziger und erhält zusätzlich Nussaromen und ein vanilliges Karamell-Aroma.

Jameson Coopers Crooze

Die Wertschätzung für die verdienten Mitarbeiter drückt Jameson auch mit dieser Sonder-Edition aus. Der „Coopers Croze“ ist Teil der Makers-Serie, mit dem das Unternehmen drei Mitarbeiter huldigt, die besonders prägend für die Produktion der wertvollen Spirituose sind, in diesem Fall den Fass-Meister Ger Buckley. Bereits in fünfter Generation verleiht der Gute dem Holz den richtigen Schliff und hat so entscheidenden Anteil daran, dass der Fassrohstoff immer reichlich Geschmack ans Destillat abgibt. Für seinen eigenen Signature-Whiskey hat sich Ger ehemalige Bourbon-Fässer aus Amerika ausgesucht, die Vanille-Süße mitbringen. Dazu kombiniert er Oloroso Sherry-Fässer, die für Fruchtigkeit, Haselnuss- und Röstaromen sorgen. Der Mann versteht sein Handwerk in jeglicher Hinsicht.

Irish Whiskey – was macht ihn besonders?

Als Whisk(e)y-Land Nummer eins gilt sicherlich Schottland. Dabei lassen manche historische Dokumente sogar vermuten, dass die Iren das „Wasser des Lebens“ erfunden haben. Wessen Innovationskraft wir auch das vielleicht leckerste Getränks dieses Planeten zu verdanken haben, beide Länder haben ihren Einfluss und ihren Platz in der Geschichte sicher.

Doch was unterscheidet irischen Whiskey jetzt eigentlich vom schottischen Whisky, also ohne „e“? Ein Blick auf das Rezept und originale Herstellungsverfahren von John Jameson lässt erste Schlüsse zu: Whiskey aus Irland wird scheinbar insgesamt drei-, statt zweimal, gebrannt.

Dies aber nur einer Hauptgründe, warum Jameson so unglaublich mild ist. Dazu benutzt man vorrangig Coloumn-Still-Brennblasen bei der Produktion, ähnlich wie bei Vodka. Das nimmt dem Rohdestillat zwar mehr Geschmack, sorgt aber ebenfalls für die angesprochene Milde.

Ein weiterer Grund für die Besonderheit des Irish Whiskey dürfte die Qualität und die Auswahl der Zutaten sein. Auf der nördlichen, britischen Insel mit ihrem milden Klima wächst alles Grüne scheinbar von alleine. So sind auch die Gerste und das Weizen Irlands von herausragender Güte, die ergänzt durch klares Flusswasser für herausragende Single Malts sorgen. Manchmal mit einem Mais-Anteil erweitert, sind auch diese Grain-Whiskies nicht zu verachten.

 


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